Welche Rolle spielen Forschungsinformationen an Universitäten in Deutschland und wie werden sie erfasst? Ein Einblick in aktuelle Entwicklungen
Forschungsinformationen haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Auf Basis einer Interviewstudie mit 24 deutschen Universitäten untersucht der vorliegende Beitrag die Motivationen zur Erhebung von Metadaten über Forschung, die Beweggründe hinter der Auswahl entsprechender Infrastrukturen sowie die konkrete Bedeutung und Nutzung in forschungsbezogenen, organisationalen und strategischen Prozessen. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Auswahl und Verbreitung von Forschungsinformationssystemen (FIS) als auch die spezifischen Verwendungskontexte von erheblicher Heterogenität geprägt sind. Neben einer Vielzahl struktureller, organisatorischer, technischer, ökonomischer und rechtlicher Faktoren ist diese Heterogenität auch dadurch bedingt, an welcher Stelle und von wem ein FIS an einer Universität implementiert wird, sowie davon, inwieweit die Nutzer*innen selbst beginnen, sich mit den vorhandenen technischen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und hierfür eigene Einsatzzwecke zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund zeigen die Ergebnisse, dass die Nutzung zunehmend strategisch erfolgt und nicht mehr nur auf administrative Anwendungsfelder beschränkt ist.